Archiv für August 2009

Horst Stowasser ist tot.

Unser Genosse Horst Stowasser starb am 29.8.2009 im Alter von 58 Jahren.

horst stowasser

Wir, die ago, hatten für den 11. September eine Veranstaltung mit ihm geplant und freuten uns schon, ihn mal wieder live in action zu erleben. Wer schon einmal einen seiner Vorträge miterlebt hat, weiß was gemeint ist: Er war kein oberlehrerhafter Theoretiker. Im Gegenteil, er war ein Praktiker, der Zeit seines Lebens versucht hat, den Anarchismus mit all seinen Kanten und Zweifeln zu leben in einer Welt, in der dafür eigentlich kein Platz ist. Und davon konnte er in allen Farben schillernd erzählen und die Menschen für die Ideen des Anarchismus begeistern.

Möge die Erde ihm leicht sein.

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Anarchafeminismus…

…ein Ansatz der noch ausgearbeitet werden muss…

Am Samstag, 5. September um 20 Uhr im Raum von Alarm e.V. im MuKu/Offenburg

vortrag anarchafeminismus ago
Die beiden jungen Anarchistinnen (1) nehmen uns mit auf eine Reise durch Zeit, Raum und Theorie.
Wenn sie selbst auch lieber fragend voranschreiten, als all zu leichtfertig Antworten in die Welt zu entlassen, so gewähren sie uns doch einen profunden Einblick in eine Bewegung, die mehr als eine Wurzel hat.
Diejenigen, die weder etwas über die anarchistische noch die feministische Bewegung wissen, werden die Veranstaltung reichhaltig und fundiert informiert verlassen.
Aktivistinnen beider Bewegungen werden über die jeweils andere Bewegung neues erfahren und ggf. das eine oder andere Vorurteil verlieren lernen.

Obwohl der Anarchismus die „Ablehnung jeder Herrschaft des Menschen über den Menschen“ und die „Ablehnung jeder Ausbeutung des Menschen durch den Menschen“ postuliert, haben sich Frauen von Beginn der anarchistischen Bewegung bis heute dazu gezwungen gesehen, ihre eigenen „feministischen“ Standpunkte innerhalb der anarchistischen Bewegung explizit zu vertreten. Dabei haben sie sich immer von bürgerlichen und (Partei-)Kommunistischen Feministinnen distanzieren müssen.
Oft wendeten sie viel Energie auf, um ihre Positionen in gemischtgeschlechtlichen Organisationen zu entwickeln und zu vertreten. Aber es gibt auch zahlreiche Beispiele für eine autonome Organisierung der Anarchistinnen. Andererseits haben auch immer wieder Frauen in der feministischen Bewegung anarchistische Ideen und Prinzipien übernommen und sich früher oder später von auftauchenden reaktionären Strömungen im Feminismus distanziert.
So treffen sich immer wieder Anarchistinnen und Feministinnen, ohne jedoch bisher eine geschlossene »Anarcha-Feminisistische Theorie« abgeliefert zu haben. Dies ist auch sicher nicht im Interesse der Autorinnen der gleichnamigen Broschüre. Vielmehr geht es ihnen darum, mit AnarchistInnen und Feministinnen und vielleicht sogar auch mit antipatriarchalen Männergruppen in eine Diskussion darüber zu kommen, wie beide Ansätze heute miteinander verknüpft werden können. Dabei geht es neben der Theorie auch um praktische Konsequenzen für eine anarcha-feministische Bewegung.

Beim Anarcha-Feminismus handelt es sich, so jedenfalls die These der Referentinnen, trotz einer langen Geschichte und einer eindrucksvollen Ahnenreihe aktuell noch immer um einen „Ansatz der noch ausgearbeitet werden muss …“

Alle zusammen werden wir uns nach dem Vortrag mit den beiden Referentinnen über Stärken und Schwächen, sowie Potentiale und mögliche Synergieeffekte, die aus einer Verschmelzung von anarchistischer und feministischer Theorie und Praxis (!) entstehen können, unterhalten. Vielleicht fangen wir ja auch schon direkt damit an?!

(1) Oxana Jakowa und Juanita Martinez, sind zwei von der Wirtschaftskrise betroffene StudentInnen, die ihre Freizeit gezwungenermaßen mit solchen Aktivitäten verbringen müssen. Beide sind Mitglied in der Aktionsgruppe Anarchafeminismus der Libertären Aktion Winterthur.